Der Faktor Zeit in der Industriemontage
Frühzeitige Planung sichert effiziente Maschineneinbringung
Auch wenn die Einbringung einer einzelnen Maschine selbst meist nur einen Tag benötigt, braucht die Planung bis zu diesem Tag einen mehrwöchigen Vorlauf. Aus gutem Grund: Schließlich müssen Personal, Equipment und Anlieferung organisiert und synchronisiert werden. Die Schritte von der ersten Anfrage bis zur erfolgreichen Maschineneinbringung lassen sich zeitlich sinnvoll strukturieren.
Beim typischen Fall der Maschineneinbringung wird durch einen erfahrenen Dienstleister eine einzelne, kompakte Maschine mit situativ angepassten Fahr- und Hebemanövern in die Produktion transportiert. Häufig sind solche Maschinenbewegungen innerhalb eines Tages realisierbar, wenn zur exakten Vorbereitung genügend Zeit zur Verfügung stand. Zwischen der ersten Anfrage des Kunden und dem finalen Move-In am Werksstandort sollten mindestens sechs Wochen liegen. So lassen sich alle benötigen Schritte genau technisch planen sowie wirtschaftlich und effizient umzusetzen.
Tag 0: Kundenanfrage qualifiziert aufnehmen
Rahmenbedingungen und Erfahrungswerte prüfen
Fragt ein Unternehmen den Industriedienstleister an, wird dieser schnell einige technische Parameter abfragen, um eine Vorstellung von der geplanten Maschineneinbringung zu gewinnen. Hier ist es hilfreich, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen: Gibt es Erfahrungen aus vergangenen Maschinentransporten zur und in der betreffenden Werkhalle, aus denen sich gewisse Schlüsse, bestimmte Notwendigkeiten oder gar Besonderheiten für die Aufgabe ableiten lassen? Denn häufig finden sich in Betrieben je nach Branche bestimmte Maschinentypen. Wurden diese schon einmal bewegt und aufgestellt, lassen sich auch daraus wichtige Erkenntnisse für die erneute Einbringung gewinnen.
Woche 1: Gezielte Vorbereitung durch detaillierte Analyse
Konkrete Datenermittlung und Vor-Ort-Besichtigung
Mit Eingehen der Kundenanfrage wird ein Industriedienstleister zeitnah gezielt Fragen stellen, um wichtige Eckdaten des Vorhabens zu ermitteln:
- Wie groß und schwer ist die Maschine und aus welchen Komponenten besteht sie?
- Welche Vorgaben macht der Maschinenhersteller zum Transport bzgl. Anschlag- und Zurrpunkten?
- Wie sind die Maße von Zufahrtswegen, Hallentoren und -gängen?
- Welche statischen Belastbarkeiten weisen Transportrouten auf dem Betriebsgelände und Hallenböden auf?
- Gibt es Erfahrungswerte von bereits realisierten Maschinentransporten?
- Wurde schon ein konkreter Termin für die Anlieferung der Maschine vereinbart?
Je konkreter von Beginn an spezifische Information vorliegen, umso besser für den reibungslosen Ablauf der Maschineneinbringung. Technische, logistische und statische Details sowie räumliche Bedingungen prüft ein Projekt- oder Montageleiter des Industriedienstleisters vor Ort persönlich bei einer Besichtigung.
Der Projektleiter erkennt mit erfahrenem Auge weitere mögliche Hindernisse und Besonderheiten in der Werkhalle, die technisch und logistisch zu beachten sind: Kurvenradien der Anlieferungsstrecke, notwendiger Rangierraum oder Kranstellplatz, maximale Bodenbelastbarkeit. Auch wenn beim Kunden keine umfangreiche Maschinendokumentation vorliegt, etwa bei älteren Maschinen, können erfahrene Spezialisten aufgrund ihres Wissens die Lage beurteilen und die richtigen Entscheidungen treffen, um die passenden Schwerlastfahrwerke, Kran- und Gabelstaplertypen auszuwählen.
Manchmal kann es sein, dass die räumlichen Bedingungen kompliziert sind: das Tor der Werkhalle ist für die Einbringung der Maschine zu klein, die Maschine muss ins Obergeschoss transportiert werden, eine große Presse muss in eine Fundamentgrube abgelassen werden. Dann ist technische Lösungsfähigkeit gefragt. Erfahrene Ingenieure suchen dann nach sicheren Alternativen und erstellen Machbarkeitsstudien:
- Kann die Maschine in Komponenten zerlegt werden?
- Lässt sich die Maschine in liegender Position besser bewegen?
- An welcher Stelle lässt sich die Fassade öffnen, um mit einer schwebenden Kranplattform oder einer temporären Montageplattform zu agieren?
- Ist eine Einbringung mit Kran über das Dach möglich?
- Sollten hydraulische Hubgerüste oder Seilzugportale zum Ablassen schwerer Maschinen genutzt werden?
Am Ende erstellt der professionelle Einbringungspartner aus allen zugelieferten und erhoben technischen und räumlichen Parametern ein tragfähiges und kostensicheres Angebot.
Woche 2: Kaufmännische Kalkulation und organisatorische Planung
Angebotserstellung und Klärung des konkreten Liefertermins
Neben der technischen und logistischen Leistungsstärke sind die Wirtschaftlichkeit und Sicherheit des Angebotes die entscheidenden Kriterien für die Auswahl des passenden Industriedienstleisters. Darin muss der potenzielle Partner sämtliche Aspekte berücksichtigen, die in der Anfragephase ermittelt wurden:
- Alle wichtigen Bedingungen und Voraussetzungen sollten transparent und nachvollziehbar im Angebot aufgeschlüsselt sein.
- Alle zu erbringenden Leistungen und auch deren Grenzen sowie Schnittstellen zu anderen Gewerken sollten klar definiert sein.
Die Professionalität eines Angebotes kann man mit gezielten Fragen auf Form und Inhalt prüfen:
- Ist das Angebot klar strukturiert und inhaltlich nachvollziehbar?
- Erfolgte vor der Angebotserstellung eine qualifizierte Vor-Ort-Besichtigung, in der die Rahmenbedingungen geprüft und technisch bewertet wurden?
- Wurden Informationen zu technischen Kriterien angefordert, wie statische Bedingungen, zulässige Bodenlasten auf Transport- und Stellflächen, Maße möglicher Einbringungsöffnungen?
- Wurden alle Anforderungen aus dem Lastenheft bzw. der Projektanfrage im Angebot berücksichtigt?
- Wurden alle Verantwortlichkeiten und die organisatorischen Schnittstellen, z.B. mit anderen Gewerken, genau definiert?
- Ist der bestehende Versicherungsschutz für die entstehenden Risiken ausreichend? Falls nicht, wurde eine Zusatzversicherung angeboten?
- Gibt es Ausschlüsse bei Leistungen oder Positionen, die nicht berücksichtigt wurden?
- Entstehen daraus eventuell Nachforderungen, z.B. Kosten für Reisen, Equipment oder Mehraufwendungen?
- Kann der Anbieter ein zertifiziertes Qualitätsmanagement für den angebotenen Leistungsbereich vorweisen?
Aspekte der Organisation, der technischen Ressourcen und der Arbeitssicherheit sollten Kunden ebenfalls prüfen:
- Wie stellt sich der Dienstleister organisatorisch für das konkrete Projekt auf?
- Gibt es eine konkrete Projektbeschreibung und Montagetechnologien sowie einen terminlich definierten Ablaufplan?
- Wurde die technische Lösung nachvollziehbar beschrieben und fachlich begründet?
- Wird der Dienstleister allen notwendigen Anforderungen seitens Arbeitssicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz gerecht? Welche Maßnahmen werden dafür ergriffen?
- Sind die Ressourcen vorhanden, um das Projekt fachgerecht umzusetzen?
- Erfolgt die Umsetzung mit eigenem qualifiziertem Personal oder mit Freelancern, Leiharbeitern, vielleicht sogar Schwarzarbeitern?
- Haben die Mitarbeiter ausreichend Erfahrung und Know-how für die geplanten Arbeiten?
Spätestens mit der Angebotserstellung sollte der Kunde den Anlieferungstermin der Maschine konkret nennen. „Konkret“ bedeutet dabei eine tagesgenaue Festlegung der Anlieferung durch den Hersteller oder ein Logistikunternehmen. Ungefähre Angaben, wie „Kalenderwoche 23“ oder „Anfang Oktober“, sind zu ungenau, da die Teams für die Maschineneinbringung tagesexakt geplant werden müssen. Professionelle Montageteams agieren in hoher Taktfrequenz und realisieren pro Woche bis zu fünf solcher Projekte. Unternehmen sollten daher beim Maschinenlieferanten ein verlässliches Lieferdatum einfordern. Das schafft Planungssicherheit für alle Beteiligten.
Woche 3 bis Woche 6: Ressourcenplanung
Disponieren von Personal, Technik und Baustelle
Den Industriedienstleister ihrer Wahl sollten Unternehmen mindestens vier Wochen vor dem eigentlichen Anlieferungstermin einer Maschine beauftragen, in auslastungsstarken Ferien- und Urlaubszeiten mindestens sechs Wochen vor Anlieferung. In dieser Zeit disponiert, prüft und sichert der Dienstleister alle Ressourcen für eine erfolgreiche Einbringung:
- das benötigte Fachpersonal nach Qualifizierung und Teamstärke,
- die Verfügbarkeit des technischen Equipments,
- die baustellenbegleitenden Unterlagen und technischen Dokumentationen.
Auch das beauftragende Unternehmen sollte die Wochen vor der Anlieferung sinnvoll nutzen:
- Der Betrieb muss die Beräumung des Transportwegs organisieren sowie benötigte Stellflächen für Krane und Hebetechnik freiräumen.
- Die betroffenen Produktionsabteilungen müssen über den Ablauf und zeitweise Einschränkungen der Fertigung informiert werden.
- Alle betriebsseitigen Aufgaben müssen qualifiziert verteilt und persönliche Verantwortlichkeiten geklärt werden.
So lassen sich Verzögerungen bei der Einbringung vermeiden, die unnötige Wartezeiten und weitere Kosten verursachen können. Oft entscheiden sich SCHOLPP-Kunden aus reiner Vorsicht auch zu einer „Vorrats-Produktion“, um in jedem Fall lieferfähig zu bleiben. So stehen einer effizienten und erfolgreichen Einbringung und Aufstellung der Maschine am vertraglich festgelegten Tag nichts mehr im Wege.
Soweit zum Idealplan – doch wie das Leben so spielt: Unvorhergesehene Ereignisse, die einen Projektablauf verzögern, können immer eintreten. Beispielsweise kann es bei der Verladung zu Verzögerungen kommen oder der Transport-Lkw in eine Vollsperrung auf der Autobahn geraten. Wichtig ist dann, dass der Kunde seinen Industriedienstleister umgehend informiert. Ein flexibler Dienstleister wie SCHOLPP disponiert dann Personal und Equipment um, sucht schnell, zielorientiert und gemeinsam mit dem Kunden nach einer zeitnahen alternativen Lösung.
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Gern unterstützen wir Sie mit unserer Erfahrung und Expertise beim Umzug und bei der Einbringung von Maschinen weltweit. Vereinbaren Sie rechtzeitig einen Beratungstermin. Wir freuen uns, wenn wir Sie begleiten dürfen.
SCHOLPP-Technikpark
Starkes Hebe- und Transport-Equipment für vielfältige Spezialaufgaben
Anforderungsreiche Aufgaben realisiert man am besten mit spezieller Technik. Das ist seit über 65 Jahren ein besonderes Markenzeichen von SCHOLPP. Wer uns engagiert, kann sein Vorhaben erfolgreich umsetzen: Großprojekte wie Werksneubau und Werksverlagerung, Spezialaufgaben wie Maschinentransporte, Maschineneinbringungen und Maschinenmontagen. Für jedes Einbringungs- oder Ausbringungsproblem finden wir eine effiziente, sichere und wirtschaftliche Lösung.
Mit der Entwicklung der ersten Hubgerüste legte SCHOLPP in den 1970er Jahren den Grundstein für das Geschäftsfeld professioneller Industriemontage. Eine Innovation, die in ganz Europa ihresgleichen suchte. Mit dieser Schlüsseltechnologie erlangten wir im Montagesektor eine absolute Alleinstellung: die SCHOLPP-Spezialhubgerüste in diversen Größen, Typen und Varianten. Weitere Spezialtechnik kam im Laufe der Jahre hinzu.
Transportrollen und -fahrwerke
Sie sind klein, stark, wendig, bis 40 Tonnen selbstfahrend und auch in sensiblen Produktionsbereichen einsetzbar.
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