Was kostet ein Maschinentransport? Kalkulationstool für Kostenindikation von SCHOLPP

von SCHOLPP

Viele Unternehmen suchen bereits vor der ersten Kontaktaufnahme mit einem möglichen Partner nach Anhaltspunkten für die Kosten eines Maschinentransports. Pauschal lässt sich schwer sagen, was Unternehmen für den Transport einer Maschine kalkulieren sollten. Grob umreißen lassen sich die Kosten aber durchaus. Dafür hat SCHOLPP ein kleines Kalkulationstool für eine erste Kostenindikation entwickelt.

Wie funktioniert das Kalkulationstool?

Dieses Tool für Maschinentransporte basiert auf belastbaren statistischen Werten für Maschinenumzüge. Er hilft dabei, Standardtransporte kalkulatorisch einschätzen zu können. „Bei der Kalkulation haben wir rund 18.000 Maschinentransporte und -umzüge aus den letzten 15 Jahren betrachtet und systematisch ausgewertet. Aus diesen Daten haben wir die wesentlichen Kostenfaktoren ermittelt und die Rechenvariablen zusammengestellt“, erläutert Steffen Kühn, Geschäftsführer der SCHOLPP Unternehmensgruppe.

Der Nutzer des Preisrechners muss vorab wesentliche Rahmendaten seiner Maschine definieren: Maße, Gewicht und Entfernungskilometer. Liegen diese Einflussgrößen innerhalb der Maximaldimensionen, kann das Tool in Preisindikation ausgeben. Falls nicht, muss eine individuelle Kalkulation erfolgen. Bleiben die Eingabegrößen innerhalb der Rahmenbedingungen, können diverse Optionen, wie etwa Verladetechnik und Montageleistungen, ausgewählt werden. „Daraus ermittelt das Kalkulationstool einen Preis, der aufgrund der großen Datenmengen, die den Berechnungen zugrunde liegen, eine gute Kostenorientierung bietet“, so Kühn weiter.

Maschinentransporte kalkulieren: Einflussgrößen und Optionen

Bei den Kosten für Maschinentransporte spielen neben Aspekten wie der Qualität der Projektvorbereitung auch die Größe der Maschine, das Gewicht, die Komplexität und die Sensibilität eine wichtige Rolle. Die zentrale Frage ist aber die Reiseroute.

Die meisten Nebenkosten entstehen durch besondere Randbedingungen des Vorhabens: die Behördenvorschriften, die Statik der Gebäude, die Beschaffenheit des Transportweges, die Belastbarkeit des Bodens, die Toröffnungen, notwendige Höhenüberwindungen, eventuelle Reinraumvorschriften. „Dies sind nur einige weitere kostenerzeugende Eckpunkte, die der Kunde über das Kalkulationstool hinaus im Gespräch mit dem Dienstleister klären sollte“, präzisiert Steffen Kühn.

Die bloße Verladung und der Transport sind oft die einfachsten Teilschritte. Ein zuverlässiger, Dienstleister hilft, Wartezeiten des Maschinentransport-Teams und Standzeiten beim Autokran oder beim Verladeteam zu vermeiden. Für die gute Vorbereitung eines Maschinentransportes hilft SCHOLPP seinen Kunden über das Kalkulationstool hinaus auch mit Checklisten zur Planung von Maschinentransporten.

Kostenfaktoren: Strecke und Komplexität

Die Reiseroute einer Maschine bestimmt natürlich auch den Preis. Wird die Maschine nur innerbetrieblich bewegt oder geht sie auf einen fernen Kontinent? Die benötigten Verkehrsmittel haben einen entscheidenden Einfluss auf den Preis. Der Charterflug einer Maschine von 125 Tonnen Gesamtgewicht mit der Antonov AN 220 nach Asien kann schnell mit mehreren hunderttausend Euro, inklusive Vor- und Nachlaufkosten, zu Buche schlagen.

Dagegen ist eine klassische, einfache Seepassage nach Asien im Container schon für unter 3.000 Euro zu bekommen. Doch eine Sache lässt sich nie hundertprozentig kalkulieren: die Natur. Schwere See kann dazu führen, dass sich die Ware auf dem Schiff losreißt – ein  Risiko, das Kunden auf jeden Fall zusätzlich versichern sollten. Schließlich zählt schwerer Seegang juristisch gesehen zu höherer Gewalt, für die ein Transporteur schwer haftbar gemacht werden kann.

Hohe Tonnagen auf Schienen gut unterwegs

Auch der Transport mit der Bahn ist möglich. Gerade für Transporte nach Asien wird zu selten an die Schiene gedacht. Denn die Möglichkeit, hohe Tonnagen in großzügigen Lichtraummaßen zu bewegen, spricht ganz klar für die Bahn. Besagte Lichtraummaße sind die von den einzelnen Ländern festgelegten maximalen Abmessungen des Raumes, um deren Tunnel, Brücken und Engstellen gefahrlos befahren zu können.

„Auch hierfür muss die Maschine gut präpariert werden. Denn Umspurungen sind teilweise nötig. Das birgt individuelle zusätzliche Risiken, die ein professioneller Partner voraussehen kann“, erläutert der erfahrene Projektprofi.

Schnell und teuer: Eine Maschine mit dem Flugzeug transportieren

Auch wenn der Transport per Luftfracht die jüngste Versandoption ist, hat kein vergleichbarer Verkehrsträger in den vergangenen Jahren so hohe Zuwachsraten bei den Transportleistungen erzielt wie Flugzeuge. Häufig müssen Waren möglichst schnell und somit unter höchstem Termindruck ausgeliefert werden. Höhere Frachtkosten werden dafür oft in Kauf genommen.

Immer größere und leistungsfähigere Flugzeuge bringen die Möglichkeit, immer schwere Güter zu transportieren. Das größte, bisher gebaute ist die Antonow An-225 „Mrija“. Sie hält einige Rekorde: etwa für das schwerste, je transportierte Einzelfrachtstück, einen 187 Tonnen schweren Generator für ein Gaskraftwerk; oder die größte zugelassene Startmasse aller bisher gebauten Flugzeuge mit ca. 640 Tonnen.

Selbst ein Hubschrauber ist für einen Maschinentransport denkbar und ist bis zu einem Maschinengewicht von 5 Tonnen auch kein Problem. Darüber wird es speziell. Bis zu 22 Tonnen können mit ehemaligen russischen Militärhubschraubern machbar sein. Diese behielten aus Bestandsschutzgründen ihre Luftverkehrslizenz beim Übergang von Ländern des ehemaligen Warschauer Vertrages in die Europäische Union und können heute noch gechartert werden.

Preiswerte Alternative: Maschinentransport per Binnen-Schiff

„Doch es muss nicht der spektakuläre Flug sein. Das Binnenschiff wird beim Transport besonders großer und schwerer Maschinen oft vergessen. Dabei ist die Zuladung nahezu unbeschränkt. Auch bei den Abmessungen besteht viel Spielraum“, betont der Geschäftsführer. Je nach Zielort lassen sich aber oft nur Teilstrecken bewältigen, da die Industrie heute eher in Gewerbegebieten sitzt und nicht wie früher an den Flüssen und Kanälen mit Kaianlage. Also kommt man selten um den Lkw herum.

Aber Vorsicht, gerade bei sogenannten Großraum- und Schwertransporten (GST) haben die Behörden ein ordentliches Wörtchen mitzureden. Sie sind angehalten, Teilstrecken sogar aufs Binnenschiff zu zwingen, um den Straßenverkehr zu entlasten und Brückenbauwerke zu schonen.

Der Standard: Maschinentransport mit Lkw-Sattelauflieger und Maschinenrollwagen

Der Lkw ist beim Maschinentransport das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel. Hier entscheidet die Qualität der Vorbereitung letztendlich über den Preis: „Können die Maße und Gewichte durch die Demontage von Anbauteilen soweit verringert werden, dass einzelne Maschinenelemente auf einen Standard-Sattelauflieger passen? Und genügt eine einfache Wurfplane zum Schutz? Dann hätten wir das preisliche Optimum erreicht.“

Der am häufigsten eingesetzte Lkw bei SCHOLPP ist der 13,60 Meter lange Sattelauflieger. Dank seiner etwas höheren Ladefläche kann man ihn bis etwa 25 Tonnen beladen, die Höhe der Maschine sollte allerdings 2,70 Meter nicht überschreiten. Üblicherweise reicht die Grundfläche für 34 Europaletten-Stellplätze. „Rechnen sollten Kunden bei der groben Kostenkalkulation mit mindestens 1,75 Euro pro Kilometer für Hin- und Rückfahrt. Mehr als 30 Minuten sollte die Be- und Entladung nicht dauern, sonst kommen eventuell zusätzliche Kosten hinzu“, erklärt Steffen Kühn.

Ebenso sollte der Aufwand für die Verpackung nicht vernachlässigt werden. Weniger empfindliche Maschinen können offen gefahren werden oder der Schutz kommt direkt an die Maschine oder ihre empfindlichen Bauteile. Der Preis differiert zwischen einer einfachen Wurfplane und einer aufwändigen, mit Trockenmittel und Insektenschutzmitteln behandelten maßgefertigten Holzkiste.

Ist der Aufwand für Demontage und Remontage zu hoch, dann lohnt es sich nach Erfahrung der SCHOLPP-Profis, über speziellere Fahrzeuge nachzudenken. Der Actros von Mercedes Benz, auch Megajumbo genannt, schafft es beispielsweise, Tiefbetteigenschaften mit guter Achslastverteilung zu vereinen. Mit hochfesten Stählen, speziellen Achsen, Niederquerschnittsbereifung und einer beweglichen Schiebeplanenkonstruktion kann man in diesen Fahrzeugen fast 3 Meter hohe Laderäume nutzen.

Auch autonom gesteuerte Fahrzeuge und Maschinenrollwagen mit unterschiedlichen Antriebsprinzipien und Hebemöglichkeiten können sich auf den letzten Metern zur Industriehalle anbieten. Diese kleinen und großen Helfer sind nicht zu unterschätzen: Sie bieten enorme Ladekapazitäten, minimale Ladehöhen und eine hohe Kippfestigkeit. Man nennt die größten in der Fachsprache auch gern „SPMT“ für Self-Propelled Modular Transporter oder „MSPE“, die kleine „Robot“.

Das Kalkulationstool und alle Checklisten sind auf dem SCHOLPP Themenportal unter bewegend.scholpp.de zu finden.

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