Kommen Sie mit auf eine spannende Reise durch Technik und Zeit.
Erleben Sie, wie SCHOLPP die Technikentwicklung mitentwickelt hat und immer als Erster neue technische Errungenschaften auf dem Hof stehen hatte.
Die Anfänge - Krane auf LKW-Basis
Das Nachkriegsdeutschland war ein idealer Wirtschaftsraum für Beziehungsnetzwerke und Kooperationen, der einen fruchtbaren Nährboden darstellte. Bauunternehmen, Transportfirmen und Fahrzeughersteller suchten gemeinsam nach Lösungen, um die riesigen Aufgaben des Wiederaufbaus zu stemmen.
Auch in der Kranentwicklung saßen die Fahrzeughersteller mit SCHOLPP an einem Tisch. So entstand bei Kässbohrer 1956 der erste Autokran auf einem Büssing-Schnauzer-Fahrgestell nach den Handskizzen von Alfred Scholpp. Mit einem 7-Meter-Ausleger, der auf 10 Meter ausfahrbar war und mit so genanntem Schnabelanbau brachte er es dann auf 18 Meter. Mangels anderer Alternativen entstanden die ersten Krane zunächst auf LKW-Chassis mit Kranaufbauten. Die Ausleger der Turmdrehkrane wie auch die Gitterausleger der aufkommenden Autokrane wurden zum Symbol des Aufbaus bei der Bauwirtschaft und anderer Industrien. Es machte Sinn, neben dem vertikalen Transport auf der Baustelle mit Kran auch den Straßentransport anzubieten. Damals noch mit einer 200-PS-Mercedes-Zugmaschine und einem 3-Achs-Plattformanhänger, der immerhin 24 Tonnen laden konnte.
Dann ging es relativ schnell. Die nächsten Autokrane steigerten sich sukzessive in Hubleistung und Reichweite. Das Fahrgestell wurde zum speziellen Kran-Chassis, das mit den LKW-Chassis nichts mehr gemeinsam hatte. Unglaublich schwergewichtige Gitterkrane mit 4 Achsen entstanden, die bis zu 82 Tonnen heben konnten. Kaum waren sie auf dem Hof neu eingetroffen, wurden sie unentwegt von Baustelle zu Baustelle disponiert.
Die 60er Jahre - Teleskopkran aus Amerika
Neben den weiterentwickelten Gittermast-Kranen kam 1965 eine neue Entwicklung aus den USA nach Deutschland. Es war Alfred Scholpp, der dieses Potential sofort erkannte und mit John Grove in Chicago per Handschlag den ersten Kran für sein Unternehmen und für Deutschland orderte. Der "Tele-Kran", wie wir ihn nannten, und der Slogan "Maßarbeit mit schwerster Last" wurden zum Qualitätsbegriff für das Bewegen von Lasten. Schnell erkannten auch andere Hersteller das Potential dieser Innovation und die ersten deutschen Teleskopkrane entstanden. Kässbohrer, Gottwald und die deutsche Coles waren hier Vorreiter. Doch die neue Technologie überzeugte am Anfang noch nicht in allen Details. Die Gittermast-Krane hatten einen relativ leichten Ausleger und damit verhältnismäßig große Hubhöhen und starke Hubleistungen. Die Teleskop-Krane hingegen "kämpften" mit einem relativ schweren Ausleger und wegen des hohen Gewichts mit vergleichsweise geringerer Hubleistung und kürzerer Auslegerlänge. Dafür waren ihre Rüstzeiten um ein Vielfaches kürzer.
Anfänge der Montagetechnik
Oft wurden Gittermast-Krane mangels anderer Alternativen auch in Hallen zu Montagezwecken eingesetzt.
Kein Problem bei der damaligen kleinen Stützbasis und den relativ kurzen Auslegern. Doch es wurden neue Konstruktionsprinzipien notwendig, um die neuen Montagehöhen und -gewichte zu realisieren. SCHOLPP entwickelte und baute mechanische Hubgerüste - eine Revolution. Mit ihnen konnten auch hohe Stückgewichte gehoben und platziert werden. Die Funktionsweise der damaligen Hubgerüste ist im Prinzip heute noch unverändert.
Erste Schritte im Transportbereich
Im Transportbereich wurden die ersten Sattelauflieger angeschafft, der "ST 20" mit 2-Achs Henschel HS 16 Zugmaschinen. Maßgeschneiderte Transporttechnik zum Transportieren der Kübler-Raumzellen, aber auch andere universelle Anwendungen, da er mit 0,60 cm Bauhöhe extrem niedrig war.
Die 70er Jahre - erste Tandemeinsätze
1972 kam der erste 80-Tonner auf 6-Achs-Chassis und mit einem "sagenhaften" 32 Meter langen Mast. Bedenkt man, dass ein 80-Tonner heute problemlos einen 50 Meter und mehr teleskopiert und dabei auf 4 Achsen 48 Tonnen auf die Waage bringt, dann erkennt man den gewaltigen technischen Fortschritt der Kranentwicklung. Höhere Gewichte bedingten größere Geräte, oftmals waren "Tandemeinsätze" notwendig, also Einsätze mit zwei Kranen gleichzeitig, um Probleme zu "beheben". Welch technische Neuentwicklung die Kranhersteller sich auch ausdachten, immer war es SCHOLPP, der mit als Erster die neuen und noch leistungsfähigeren Fahrzeuge einsetzte oder der auch oft maßgeblich an entscheidenden Neuentwicklungen mitwirkte. 1978 war der Gottwald 100-Tonner mit 48,5-m-Ausleger das Maß aller Dinge. Platzsparendere Hubgerüste im Montagebereich waren die 70er der Beginn der Druckmaschinen-Montagen und der Pressenaufstellungen. Die mechanischen Hubgerüste wurden technisch weiterentwickelt, die Hubhöhe und die Hubleistung nahmen deutlich zu, jedoch ist das Grundkonzept des modularen Aufbaus bei minimalem Platzbedarf immer oberste Maxime gewesen.
Kurvengängige Tieflader
"Hydraulische Zwangslenkung über die Sattelkupplung" war das Stichwort für Tieflader, die jetzt hinten gelenkt waren, damit der Kurvenlauf auch bei größerer Gesamtlänge - es gab jetzt ausziehbare Tieflader - verbessert wurde. Gleichzeitig brachten Pendelachsen erhöhte Achslasten und damit mehr "Zuladung". Die Motorleistung der Zugmaschinen steigerte sich allmählich von 200 PS auf 280 PS.
Die 80er Jahre - Durchbruch für Liebherr
Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre wurde der Kranmarkt stark von Gottwald und Krupp aber mehr noch vom "Newcomer" Liebherr geprägt. 1980 hatte SCHOLPP den ersten Liebherr LT 1200, einen 200-Tonner auf 8-Achs-Chassis mit 50-m-Ausleger. "Der Größte im Ländle" war der Claim und das Motto der Pressekonferenz. Dann ging es Schlag auf Schlag: 1983 kam der Liebherr LT 1300 als 300 Tonner auf den Markt und 1988 war ein vorläufiger Höhepunkt mit dem 400 Tonner, dem LTM 1400 erreicht. Dieser Kran war das Erstlings-Werk von Dipl. Ing. Willim von Liebherr und gilt bereits heute als "Kran-Klassiker".
Revolution durch hydraulische Hubgerüste
Auch im Montagebereich brachten die 80er einen Innovationsschub. Das erste hydraulische Hubgerüst hat Klaus Scholpp 1987 aus USA eingeführt. Mit 200 Tonnen Hubleistung bei fast 9 Metern Höhe revolutionierte es die Maschinenmontagen. Andere Innovationen waren die kompakten 8-Tonner Gabelstapler mit 3-fach Hubgerüst oder auch die speziellen Industriekrane, die SCHOLPP als erster im Montagebereich einsetzte. Kreative Transporttechniken entstehen Innovativ war das Konzept "Kran und Tieflader in einem" - ein ausziehbarer 3-Achs-Tieflader mit integriertem Ladekran auf dem Schwanenhals. Für die aufkommenden Bau-Container ideal, denn man konnte 2 Stück je 6 Meter laden und transportieren.
Im Transportbereich wurde es jetzt "modular", d.h. Achslinien-Module mit 2, 3, 4 oder 6 Achsen konnten beliebig als Anhänger oder Sattelversion, oder auch mit Tiefbett kombiniert werden. Damit konnte man die Nutzlast optimal an das Transportgut anpassen, allerdings mit entsprechender Rüstzeit. Bei SCHOLPP waren es bis zu 24 Achsen, die zu einem "Tausendfüßler" - mit insgesamt 192 Rädern kombiniert - von einer 530-PS-Mercedes-Titan-Zugmaschine gezogen wurden. Damit "packten wir's für Esso an" und entluden am Donau-Ufer mit 300- Tonner und 400-Tonner-Kran 2 Druckbehälter und transportierten sie zu deren Raffinerie nach Ingolstadt. Auch der fast als "legendär" zu bezeichnende Schwertransport von Passau nach Burghausen fällt in diese Zeit. Zwei überdimensionale Koksbehälter mit je 160 Tonnen wurden in drei langen Sommertagen auf einer minutiös ausgetüftelten Strecke und generalstabsmäßiger, einjähriger Vorbereitung vom Winterhafen in Passau zu Wacker - Chemie nach Burghausen bugsiert.
Die 90er Jahre - jetzt kommt's dick
In den 90ern wurden die technischen Konzepte verfeinert. Neue, hochfeste Stahlsorten, gesetzliche Vorschriften bei Achslasten, Gesamtgewichten und Einschränkungen bei Fahrgenehmigungen sorgten für Bewegung. Ausleger wurden durch hochfesten Naxtra-Stahl leichter und länger. Die Hydraulik und die Kran-Steuerung wurden optimiert. Außerdem entstand 1996 eine neue Kran-Klasse: der City-Kran. Und wieder war es SCHOLPP, der dieses Konzept erkannte und erfolgreich einsetzte: Kompakteste Abmessungen bei optimaler Leistung ohne separaten Ballasttransport. Aber auch bei den Großen tat sich etwas: "Die dicke Berta", der 600-Tonner Demag wurde in Dienst gestellt. Mit dem Claim "Der Störkanten-Killer" wurde der selbsttätig aufbauende Turmdrehkran auf Kranchassis "MK 80", ein Turmdrehkran auf Rädern, eingeführt. Auch dies war wieder eine Innovation, die den engen Innenstadtbaustellen mit hohen Gebäudeprofilen und meist noch Oberleitungen Tribut zollte. In "Nullkommanix" aufgefaltet, erreichte der Kran Absetzpunkte, die sonst nur mit deutlich größeren Geräten, wenn überhaupt, und einem Vielfachen an Aufwand erreicht werden konnte.
Heute - SCHOLPP bleibt Technikvorreiter
Einige der Hightech-Kranhersteller des 21.Jahrhunderts, wie Liebherr, Terex-Demag, Grove und Tadano-Faun gehörten schon vor 50 Jahren zu den Pionieren der Branche. Am Ehrgeiz, immer leistungsfähigere Geräte zu bauen, sowie an der Notwendigkeit, gemeinsam am Tisch und im Dialog die Marktanforderungen zu erkennen und zu diskutieren, hat sich bis heute nichts geändert. So ist SCHOLPP bis heute der Partner, der die innovativsten Krane oder andere Neuentwicklungen meist als Erster einsetzt und damit größtmöglichen Kundennutzen. Vielleicht ist es demnächst sogar der 1000 Tonnen Teleskopkran, der derzeit entwickelt wird.
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